„Du brauchst keine Nische.“
Dieser Satz klingt für viele Solopreneure wie eine Erlösung. Vor allem für Coaches, Berater:innen, Expert:innen und Kreative, die viel können – und Probleme damit haben, eine passende Nische zu finden.
In diesem Beitrag schauen wir uns ehrlich an, was hinter dem Versprechen „Du brauchst keine Nische“ steckt – und was wirklich wichtig ist, um dein Können sichtbar zu machen und zu verkaufen.
(Wenn du lieber hörst statt liest, geht es hier zum YouTube-Video: 🎥 Die nackte Wahrheit für dein Soul Business)
Warum das Thema „Nische finden“ so viele Solopreneure stresst
Wenn es dir schwerfällt, deine Nische oder deine Positionierung zu finden, bist du nicht allein. Das ist eine der häufigsten Herausforderungen, die ich in meiner Arbeit mit Solopreneuren sehe. Und das hat mehrere Gründe.
1. Marketing ist nicht dein Heimspiel
Die meisten meiner Kund:innen sind fachlich stark und wirklich gut auf ihrem Gebiet.
Aber Marketing? Dieses Handwerk haben sie nie gelernt.
Vermutlich geht es dir ähnlich. Marketing-Denke liegt dir nicht automatisch im Blut.
2. Verschiedene Ausbildungen & Fähigkeiten
Viele Solopreneure haben mehrere Ausbildungen, unterschiedliche Methoden, verschiedene Interessen und mehr als nur eine Begabung.
Sich auf eine Nische festzulegen, fühlt sich dann schnell an wie ein Verlust.
Wie ein künstliches Abschneiden von Möglichkeiten.
3. Die Angst vor Langeweile
„Soll ich wirklich immer nur über ein Thema sprechen?“
„Will ich wirklich nur mit einer bestimmten Zielgruppe arbeiten?“
Manche bekommen bei diesem Gedanken schon innerlich Schnappatmung. Der Wunsch nach Abwechslung und Vielseitigkeit ist groß – und die Sorge, sich selbst zu sehr einzuengen, ebenso.
4. Keine stimmige Antwort
Oft scheitert es schlicht daran, das eigene Können in eine klare, marktfähige Positionierung zu übersetzen.
Viele finden einfach keine stimmige Antwort auf Frage wie:
- Wem kann ich mit meinen Fähigkeiten wirklich am besten helfen?
- Bei welchem konkreten Problem setze ich an?
- Worauf – und auf wen – soll ich mich fokussieren?
Das führt dann schnell dazu, sich ewig im Kreis zu drehen.
In all diesen Fällen klingt es natürlich herrlich, wenn jemand sagt:„Du brauchst keine Nische.“
Aber lass uns ehrlich hinschauen.
Das Anti-Nischen-Versprechen – und was wirklich dahintersteckt
Zwei Phänomene beobachte ich immer wieder.
Phänomen 1: Die Anti-Nischen-Vertreter haben selbst eine sehr klare Nische
DIe Anti-Nischen-Vertreter sprechen eine bestimmte Zielgruppe an.
Sie wenden sich an Solopreneure, die frustriert sind von klassischen Nischen-Strategien. An Coaches und Expert:innen, die sich nicht in eine enge Schublade pressen lassen wollen. An Multi-Passionierte und Scanner-Persönlichkeiten, die das Gefühl haben, sie müssten sich künstlich verkleinern.
Sie greifen einen ganz konkreten Schmerz auf: den Druck, sich zu spezialisieren.
Und sie positionieren sich klar gegen das klassische Marketing-Narrativ.
Das ist keine zufällige Botschaft.
Das ist eine bewusste Abgrenzung.
Sie sagen im Kern:„Wir sind nicht wie die klassischen Marketing-Gurus. Wir denken anders. Wir befreien dich aus diesem Nischen-Zwang.“
Und genau das ist Positionierung.
Sie haben eine klar definierte Zielgruppe.
Sie adressieren ein klares Problem.
Sie vertreten eine klare Perspektive.
Die Wahrheit:
Anti-Nischen-Vertreter sind selbst klar positioniert – und verkaufen „Du brauchst das nicht“.
Das sagt doch schon viel.
Phänomen 2: Die Aussage wird oft schnell relativiert
Oft hört man nach dem befreienden Satz sehr schnell ein kleines, aber entscheidendes Wort: „…aber.“
„Du brauchst keine Nische,
„…aber du musst wissen, wofür du stehst.“
„…aber du musst wissen, mit wem du sprichst.“
„…aber du brauchst ein klares Thema.“
Das Kind bekommt nur einen anderen Namen.
Wir können es Nische nennen. Oder Positionierung. Oder Personal Brand. Oder Klarheit.
Die Wahrheit:
Wenn du dein Können online sichtbar machen und verkaufen möchtest, bleibt unterm Strich immer dasselbe übrig. Es muss klar,
- wofür du stehst,
- was du konkret kannst,
- für wen du da bist.
Ohne diese Klarheit baust du ein Haus ohne Fundament.
Und dein Marketing fühlt sich immer schwer an.
Du spürst das Problem selbst
Du merkst fehlende Klarheit selbst – in deinem Business-Alltag. Und zwar, immer wieder.
Du merkst es, wenn dich jemand fragt, was du machst – und du fängst an auszuholen, statt es klar auf den Punkt zu bringen.
Du merkst es, wenn Menschen nicht wirklich verstehen, was dein Angebot eigentlich ist.
Du merkst es, wenn sich ein neues Angebot nicht rund anfühlt.
Und du merkst es, wenn dein Content zwar nett ist – aber nicht wirklich greift.
Gestern saß eine Solopreneurin in einem Clarity-Gespräch mit mir. Sie sagte:
„Ich weiß einfach nicht, wie ich meine Botschaft formulieren soll.“
Und ganz ehrlich: In 90 % der Fälle ist das nicht das eigentliche Problem.
Es ist nicht die Botschaft.
Es ist die fehlende Klarheit in Nische und Positionierung.
Wenn du nicht weißt, zu wem du zu welchem konkreten Thema sprichst – wie soll deine Kommunikation dann klar sein?
Das geht nicht.
Du brauchst eine Nische
Eines ist mir noch wichtig:
Natürlich geht es nicht darum, dass du dich in eine Nische hineinquetschst, die sich nicht richtig anfühlt.
Es gibt viele Möglichkeiten, dich zu positionieren – und eine Ausrichtung, die wie angegossen zu dir passt und dein Können bündelt.
Statt auf die Nische zu pfeifen, lohnt sich die Mühe, genau deine zu suchen.
Sie macht es dir so viel leichter, dein Können erfolgreich in die Welt zu bringen.
Wenn du überprüfen möchtest, wie klar dein Fundament aktuell wirklich ist, hol dir auf meiner Homepage den 👉 4P Marketing-Scan. Er zeigt dir, wo du stehst – und wo du ansetzen kannst, damit dein Marketing wirkt.
Let’s lead with soul!
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